Musikschul-Chronik


Wie begann nun damals alles? Die Volkskammer erließ das Gesetz zur Förderung der Jugend. Im Rahmen des Jugendgesetzes erhalten die Schulen und Kindertagesstätten jetzt Lehrmittel und Schulinventar kostenlos. Die Musikinstrumente wie Blockflöten, Mandolinen und Gitarren erhält vorwiegend die neue Volksmusikschule Döbeln, die am 28.11.1950, 19:00 Uhr in der Aula der Döbelner Lessingschule mit dem ersten Elternabend eröffnet wird. Zunächst wurde sie als eine Abteilung der ehemaligen "Karl-Marx-Schule" (heute Körnerplatzschule) angegliedert. Nachdem die Grundschullehrer die musikbegabtesten Kinder aus den 3 Grundschulen herausgesucht hatten, mussten diese 270 vor einer Prüfungskommission bestehen, was auch 105 Schüler schafften. Von dieser Kommission wurde Frau Schramm auch als erste Leiterin der Volksmusikschule vorgeschlagen.


Im ersten Jahr ihres Bestehens hat die Volksmusikschule erst einmal die Grundlagen zur musikalischen Ausbildung der Schüler geschaffen. Die Anzahl erhöhte sich bis Dezember 1951 auf 126.


Im September 1953 wurde die Volksmusikschule Döbeln eine Außenstelle der Volksmusikschule Leipzig. Durch die weite Entfernung nach Leipzig entwickelte sich eine nur sehr lockere Verbindung zur Volksmusikschule Leipzig. Deshalb wurde die Volksmusikschule Döbeln ab 01.01.1955 eine eigene Hauptstelle. 


Um eine bessere Auswahl der begabten Kinder treffen zu können, wurden ab 1. September 1955 Vorschulklassen eingeführt, in denen Kinder der 3. Klasse in die allgemeine Musiklehre eingeführt werden. Aus diesen Klassen werden dann nach einem Jahr die musikalischsten in die Volksmusikschule aufgenommen. Diese Vorschulklassen dienten ebenfalls zur Gründung der Außenstellen.


Als am 1. September 1955 die erste Außenstelle in Ostrau geschaffen wurde, waren die Kinder so begeistert, dass aufgrund der vielen Anmeldungen die Kapazität von 30 auf 50 Schüler erhöht werden musste. Die Leitung der Außenstelle hatte bis November 1955 Frau Hausmann, dann bis August 1956 Frau Schmieder und ab September 1956 Frau Knolle.


1956 wurde auch in Mügeln (Kreis Oschatz) eine Außenstelle eröffnet, die anfangs im Volksgut (Lehrlingsheim) Mügeln geplant war, dann aber in die Zentralschule Altmügeln verlegt wurde. Wegen der zentralen Lage und auf Wunsch der Eltern fand sie dann ab 1. September 1957 in der Goetheschule Mügeln ihren endgültigen Platz unter der Leitung von Brigitte Schmieder.


Die Außenstelle in Polkenberg wurde 1956 eröffnet. Etwa 60 Kinder aus den Gemeinden Marschwitz, Wiesenthal, Doberschwitz, Gorschmitz, Polditz und Kalthausen fanden sich trotz der weiten Wege in der Zentralschule Polkenberg ein, um zusammen zu lernen und zu musizieren. Die Leiterin der Außenstelle war Gertraud Keller.


Am Ende des Schuljahres, zum 01.09.1960, wird die Volksmusikschule zur Volkskunstschule umbenannt und darf deshalb ihr Unterrichtsgebiet erweitern. Die Karl-Marx-Schule, welche die Volkskunstschule so lange beherbergte, braucht nun ihre Unterrichtsräume selbst, so dass sie ab dem neuen Schuljahr in die Lessing-Oberschule umzieht.


1962 wird aus der Volkskunstschule die Hauptstelle der Musikschule Döbeln.


01.10.1962 Eröffnung der Außenstelle Oschatz in der Pestalozzi-Oberschule Oschatz. Leiterin: Brigitte Schmieder


August 1963 Strukturveränderungen in der Musikschule Während bisher in einer Stunde Instrumentalunterricht 2 Schüler unterwiesen wurden, wird es im kommenden Schuljahr nur noch 1 Schüler sein; dadurch verringert sich zwar die Kapazität der Musikschule, aber die Qualität soll damit erhöht werden. Da die kulturellen Ansprüche der Bevölkerung immer größer werden, soll in den nächsten Jahren vom Laienvolksinstrumenten- zum Laiensinfonieorchester übergegangen werden. Daher werden Orchesterinstrumente bevorzugt. Bei den anderen Instrumenten werden nur die Besten ausgewählt und die durchschnittlichen Schüler dem Kreiskulturhaus zugeleitet. Die Gesangsklasse wird erweitert.


16.06.1966 neue Leiterin: Eva-Maria Helm Stellvertreter: Erich Fischer Beauftragte für Schülerangelegenheiten: Brigitte Schmieder 1968 Einige Schüler im Alter von 11 - 14 Jahren erhalten Sonderunterricht in Theorie mit dem Ziel, sie mit grundlegenden Problemen des Komponierens vertraut zu machen. Nach einem Jahr Unterricht sind die Ergebnisse schon erstaunlich gut. Brigitte Schmieders Idee, vorliegende Texte des Zirkels schreibender Pioniere Wermsdorf zu vertonen, fand bei einigen Schülern beste Resonanz. Lutz Dreyer schuf dazu kunstvolle und einfallsreiche Klaviersätze, so dass diese Lieder in ein Ganzes gefasst wurden und zur Uraufführung gelangten. Zwei dieser Eigenschöpfungen erhielten schon Goldmedaillen. Diese Zusammenarbeit zwischen schreibenden und komponierenden Schülern ist einmalig für die Republik - die Musikschule Döbeln ist damit Schrittmacher auf diesem Gebiet.


September 1970 Umzug in die Gewerbliche Berufsschule, Verwaltung verbleibt weiterhin in der Lessing-EOS.


1972/1973 Der Jugendclub der Musikschule wird gegründet. Monatliche Veranstaltungen (Diskussionen, Konzerte, Fahrten) mit Jugendlichen von 14 - 18 Jahren.


13.12.1987 Die Musikschule erhält den Namen "Carl Philipp Emanuel Bach".


29.11.1991 Für die Abteilung Bildende Kunst konnte Wesselin Gospodinov gewonnen werden. Er unterrichtet Kinder (Mindestalter 7. Klasse), Jugendliche und Erwachsene auf dem Gebiet farbiges Gestalten.


01.12.1991 Ballettmeisterin Pavlina Svetscherova beginnt mit dem Aufbau einer Ballettgruppe.


26.09.1991 In einem feierlichen Akt wird die Döbelner Musikschule offiziell übergeben. Der stellvertretende Landrat übergab symbolisch den Schlüssel an Eva-Maria Helm, die Leiterin der Einrichtung. Das Gebäude des ehemaligen Pionierhauses fand nun einen neuen Verwendungszweck. In allen Räumen wurde musiziert und Schauunterricht gab den Gästen einen Einblick in die Tätigkeit der Musikschule.


September 1991 Es wird ein neues Modell der Einstufung und Aufteilung an der Musikschule zum Tragen kommen. Demnach wird es 4 Abteilungen geben: 1. Früherziehung und Grundkurse 2. Unterrichtsgestaltung ohne festen Lehrplan 3. Unterrichtsgestaltung mit festem Lehrplan 4. Vorbereitung auf das Musikstudium


19.01.1993 Neu sind die Ballettmeisterin Ingrid Rüdiger aus Leipzig und die Ballettlehrerin Grazyna Große zur Musikschule gekommen. Damit erweitert und verbessert sich der Ballettunterricht.


16.03.1993 In Leisnig wird eine Außenstelle der Musikschule am Peter-Apian-Platz eingerichtet. Gegenwärtig lernen hier 19 Kinder aus Leisnig. Leiter der Außenstelle: Martin Eichler 01.08.1993 Klemens Lipus übernimmt die Leitung der Musikschule als neuer Schulleiter.


01.01.1994 Die Außenstelle Oschatz der Musikschule Döbeln wird aufgrund der im Zuge der Kreisreform beschlossenen Zusammenlegung der Kreise Torgau und Oschatz verwaltungsmäßig an die Musikschule Torgau übergeben.


20.04.1994 Insgesamt 4 Räume wurden innerhalb eines halben Jahres in der Peter-Apian-Grundschule komplett als Außenstelle Leisnig der Musikschule Döbeln ausgestattet. Leiter der Außenstelle: Martin Eichler


August 1995 Das Blasorchester Döbeln und das Blasorchester Waldheim werden zu einem großen Orchester unter der Leitung von Andreas Berger vereinigt.


01.01.1996 Margot Berthold wird zur künstlerischen Leiterin der Musikschule bestellt.


01.02.1997 Der Unterricht in der neuen Außenstelle Waldheim fängt mit Beginn des neuen Schulhalbjahres an. Leiter der Außenstelle: Andreas Berger November 2000 Am


18. und 19.11.2000 begeht die Kreismusikschule Döbeln das Festwochenende zum 50. Jahrestag ihres Bestehens. Zu den zahlreichen interessanten Veranstaltungen waren Künstler, Lehrer und Schüler von damals und heute, Eltern und Gäste anwesend.

Unsere vollständige Musikschul-Chronik können Sie jederzeit gerne nach Vereinbarung mit Frau Schneegaß einsehen.

 

Hier sehen Sie eine Auswahl der Bilder:

• Das Konzert anlässlich des 5. Geburtstages der Volksmusikschule im Kreistheater Döbeln. Quelle: Chronik der Kreismusikschule Döbeln

• Der Chor und die Instrumentalgruppe Mügeln unter der Leitung von Paul Dehnert bei einem Konzert in Reppen.

• Die Instrumentalgruppe Polkenberg.